• Die KINDERGARTEN Elfe

Die Klanggeschichte "Fünf kleine Mäuschen"

Aktualisiert: Juli 17

Wie du aus einem Fingerspiel eine wunderschöne Klanggeschichte zauberst

Klanggeschichten sind großartig! Auf spielerische Weise können Kinder erste Instrumente ausprobieren, sie erleben Rhythmus, Spiel und Tanz und ganz nebenbei wird die Sprache, Konzentration und die Sozialkompetenz gefördert.


In diesem Blogartikel zeige ich dir, dass es eigentlich ganz einfach ist, aus einem Gedicht oder Fingerspiel eine tolle Klanggeschichte zu machen. Einem wundervollen Klang-Erlebnis zu jedem Thema steht da eigentlich nichts mehr im Wege!

Material

  • 5 Stück von den Klangbausteinen und 5 Schlägel

  • eine Paar Schlaghölzer

  • ein Becken und Schlägel

  • eine Handtrommel

  • eine Afuche-Cabasa

Einstieg

Wenn ich die Kinder mit Instrumenten spielen lasse, finde ich es am einfachsten, wenn wir alle gemeinsam im Kreis auf dem Boden sitzen. Für die Kinder ist in dieser Position die Handhabung der Instrumente viel einfacher. Zu Beginn haben die Kinder aber noch keine Instrumente vor sich.


Beginn mit den Kindern zuerst ein Gespräch:

Wo und wie überwintern der Specht, der Bär, der Maulwurf, die Fledermaus, die Eule und die Maus?


Als kleine Info für dich:

Der Specht: Er lebt in seiner Baumhöhle und ist auch im Winter aktiv und hält weder Winterschlaf noch Winterruhe. Während der Winterzeit ist er in der Lage, seine Ernährung umzustellen. In dieser Zeit, in der Insekten knapp sind, frisst er Nüsse, Beeren und Samen. Deshalb kann man im Winter den Buntspecht auch manchmal an Futterhäuschen beobachten.


Der Bär: Der Bär hält Winterruhe. Dabei verringert er seinen Kreislauf, die Atmung und den Herzschlag nur so weit, dass er jederzeit seine Höhle verteidigen kann. Würde er seinen mehrere hundert Kilo schweren Körper auf drei Grad absenken, käme er ohne fremde Energie nie mehr „auf Touren“. Die genaue Bewerkstelligung seines Energiehaushaltes, die Gestaltung der Temperaturkurven oder seine eingeschränkte Nierenfunktion – all das ist nach wie vor weitestgehend ein Geheimnis.


Der Maulwurf: Da er weder Winterschlaf noch -ruhe hält, legt sich der Maulwurf einen Vorrat aus Regenwürmern an. Wie er das macht? In seinem Tunnelsystem befinden sich mehrere "Vorratskammern" in denen er die Regenwürmer "lagert". Er frisst nur lebendige Regenwürmer, deshalb beißt er die Vorderenden der Würmer ab, damit sie überleben, ihm aber nicht mehr entwischen können (ganz schön schaurig, oder?). Ist der Wintervorrat aufgebraucht, sucht er zuweilen auch über der Erde nach Nahrung.


Die Fledermaus: Sie verschläft etwa die Hälfte des Jahres! Von Anfang November bis Ende März halten Fledermäuse Winterschlaf. Das müssen sie auch, denn auf dem Speiseplan unserer heimischen Fledermäuse stehen ausnahmslos Insekten, die in der Winterzeit leider Mangelware sind.


Die Eule: Auch sie hält weder Winterschlaf noch Winterruhe. Aus Nahrungsmangel kann man sie nachts aber viel öfters in Gegenden entdecken, die von Menschen bewohnt sind.


Die Maus: Wild lebende Mäuse halten je nach Bedarf eine Winterruhe. Dies machen sie nur, wenn die Nahrung zu knapp wird, nicht wegen der Kälte. Damit es die Mäuse im Winter schön warm haben, suchen sie sich einen Unterschlupf in hohlen Wänden, Böden und Keller.

Wenn du mehr dazu wissen willst, wie du mit den Kindern die Natur im Garten entdecken kannst, schau dir unbedingt die Themenmappe "Der Garten als Spielzimmer" an! Sie ist randvoll mit tollen Ideen und Angeboten.


Nach dem Gespräch kannst du auch schon zu den fünf kleinen Mäuschen überleiten.



Hauptteil

Die folgende gereimte Geschichte ist ursprünglich als Fingerspiel gedacht. Als ich vor Jahren über dieses Fingerspiel gestolpert bin, hab ich aber gleich eine Klanggeschichte daraus gemacht.


Vielleicht hast auch du ein Fingerspiel in deiner Sammlung, das sich für eine Klanggeschichte gut eignet? Perfekt sind etwas längere Fingerspiele oder Gedichte. Überlege einfach, welche Instrumente zu den einzelnen Textstellen passen könnten und schon ist eine Klanggeschichte fertig!


Um die gereimte Geschichte kennenzulernen ist es perfekt, sie erst mal als Fingerspiel den Kindern zu erzählen. Dazu sind die Finger der rechten Hand die Mäuschen, die nacheinander im Sprechryhthmus wackeln. Die Finger der linken Hand stellen die Waldtiere dar und bewegen sich ebenso im Rhythmus.


Danach kannst du auch schon die Instrumente an die Kinder verteilen:

  • Fünf Kinder spielen die Mäuschen und erhalten je einen Klangbaustein und einen Schlägel.

  • Ein Kind spielt den Specht und bekommt die Schlaghölzer.

  • Das nächste Kind erhält das Becken und einen Schlägel für den Bären.

  • Das Kind, das den Maulwurf spielt, bekommt die Handtrommel.

  • Die Afuche-Cabasa stellt die schwingenden Flügel der Fledermaus dar und geht an das letzte Kind.

Wenn die Kinder noch nicht oft mit Instrumenten gespielt haben, zeige ihnen vorerst den Umgang mit den einzelnen Instrumenten und gib den Kindern auch genügend Zeit, um auszuprobieren und mit den Instrumenten zu experimentieren.



Dann kann es auch schon mit der Klanggeschichte losgehen!


Fünf kleine Mäuschen

(Autor*in unbekannt)


1, 2, 3, 4, 5 (Klangbausteine: die fünf Kinder schlagen nacheinander ihre Klangbausteine einmal an) kleine Mäuschen

die suchten einst ein Häuschen.


Nicht zu groß und nicht zu klein

passend sollte es halt sein.


Das erste Mäuschen (das Kind mit dem 1. Klangbaustein schlägt diesen 1 mal an) fragt den Specht höflich:

„Dürfen wir bei dir in der Baumhöhle wohnen,

wäre das wohl möglich?“ (Das Kind mit dem 1. Klangbaustein schlägt diesen wieder 1 mal an)


„Nein, nein, mein Kleiner“, sagt der Specht, (die Schlaghölzer werden 3 mal geschlagen)

„zu eng, das wäre mir nicht recht.“ (erneut die Schlaghölzer 3 mal schlagen)


Das zweite Mäuschen (das Kind mit dem 2. Klangbaustein schlägt diesen 2 mal an) fragt den Bären höflich:

„Dürfen wir bei dir in der Höhle wohnen,

wäre das wohl möglich?“ (Das Kind mit dem 2. Klangbaustein schlägt diesen wieder 2 mal an)


„Nein, nein, mein Kleiner“, sagt der Bär, (das Becken wird 1 mal kräftig angeschlagen)

„die Höhle hab’ ich lieber leer.“ (Das Becken wird nochmal kräftig angeschlagen)


Das dritte Mäuschen (das Kind mit dem 3. Klangbaustein schlägt diesen 3 mal an) fragt den Maulwurf höflich:

„Dürfen wir bei dir in den Gängen wohnen,

wäre das wohl möglich?“ (Das Kind mit dem 3. Klangbaustein schlägt diesen wieder 3 mal an)


„Nein, nein, mein Kleiner“, sagt der Maulwurf, (die Trommel liegt vor dem Kind am Boden. Mit der Hand "wischt" das Kind auf der Trommel im Kreis)

„ich seh’ euch nicht, wenn ich durch die Gänge schlurf.“ (Die Trommel erneut wischen)


Das vierte Mäuschen (das Kind mit dem 4. Klangbaustein schlägt diesen 4 mal an) fragt die Fledermaus höflich:

„Dürfen wir bei dir in der Höhle wohnen,

wäre das wohl möglich?“ (Das Kind mit dem 4. Klangbaustein schlägt diesen wieder 4 mal an)


„Nein, nein, mein Kleiner“, sagt die Feldermaus, (das Kind dreht 3 mal die Afuche-Cabasa)

„nur wer Flügel hat, ist hier zu Haus.“ (Die Afuche-Cabasa wieder 3 mal wie Flügelschläge drehen)

Das fünfte Mäuschen (das Kind mit dem 5. Klangbaustein schlägt diesen 5 mal an) will die Eule fragen,

doch schnell ihm dann die anderen sagen:

„Die Eule wird uns fressen, dort zu wohnen kannst du vergessen.“ (Die vier anderen Klangbausteine werden ganz schnell zugleich gespielt)


1, 2, 3, 4, 5 (Klangbausteine: die fünf Kinder schlagen nacheinander ihre Klangbausteine einmal an) kleine Mäuschen

die suchten einst ein Häuschen.


„Wir bauen uns selbst ein Häuschen“,

beschließen da die Mäuschen.

Sie bauen sich eine Höhle

und feiern mit Gegröle.


(Zum Schluss lasst alle Instrumente gemeinsam erklingen: zuerst wild durcheinander, nach einiger Zeit könntest du mit einem Rhythmus mit einsteigen und schauen, was passiert)


Das Fingerspiel hab ich gefunden in: Bausteine Kindergarten 1/2004


Ausklang

Nun ist Schlafenszeit für alle Tiere!

Als erstes darf die Fledermaus noch mal ihr Solo spielen, dann wird sie immer leiser und leiser und wenn ihr Instrument verstummt, ist die Fledermaus in ihrer Höhle eingeschlafen.


Dann ist der Maulwurf an der Reihe und spielt sein Solo und legt sich danach zur Ruh.


Es folgen der Bär und danach der Specht.


Zum Schluss sind die fünf Mäuschen nach der selben Art und Weise an der Reihe.


Ein kleiner Tipp zum Schluss

Kinder müssen eine neue Klanggeschichte erst mal kennen lernen. Am besten ist es, wenn du die selbe Klanggeschichte immer mal wieder in dein Kindergartenprogramm einbaust. Du wirst sehen - mit jedem Mal kennen die Kinder die Geschichte besser und wissen dann auch immer genauer, wie und wann sie mit ihren Instrumenten einsetzen müssen.


Ich wünsch dir und deinen Kindergartenkindern

ein wundervolles Klang-Erlebnis mit meiner süßen Klanggeschichte!


Die Kindergarten Elfe




Die Klanggeschichte lädt die Kinder dazu ein, sich mit Maus, Specht, Maulwurf und Co. auseinander zu setzten und die Natur bewusster zu erleben. In der Themenmappe "Der Garten als Spielzimmer" findest du viele Anregungen und fertig ausgearbeitete Angebote, die du allesamt im Freien durchführen kannst.

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Hier kannst die Klanggeschichte als PDF-Datei downloaden:

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