• Die KINDERGARTEN Elfe

Die Spielgeschichte "Der Nordwind und die Sonne"

Aktualisiert: Apr 16

Eine Geschichte, in der die Kinder zu Gestaltern werden

"April, April, der macht was er will!" Diesen Monat dreht sich hier auf dem Blog alles rund um das Wetter.


Jetzt im Frühling zieht es uns alle nach draußen, doch das wechselhafte Aprilwetter macht es uns kleidungstechnisch nicht so einfach...

Auch in der heutigen Spielgeschichte ist's mal stürmisch und bitterkalt, schon kurze Zeit später ist's wieder wohlig warm.


Ich habe dieses Angebot nicht nur im Gruppenraum durchgeführt, sondern mit den Kinder auch schon im Garten ausprobiert. Die Kinder waren total begeistert, denn im Freien bekommt die Geschichte zum Einen sofort einen anderen Charakter und zum Anderen haben die Kinder viel mehr Platz zum Darstellen. Vielleicht hast auch du Lust, die Geschichte nach draußen zu verlegen...


In der Themenmappe "Der Garten als Spielzimmer" findest du viele weitere Angebote, die du mit deiner Gruppe im Freien ausprobieren kannst.


Nun aber zur Spielgeschichte "Der Nordwind und die Sonne" und was du alles für die Durchführung benötigst...




Material:

  • Tücher in gelb, orange und rot

  • Tücher in Blautönen

  • ein Mantel

  • ein Wedel oder Fächer





Einstieg:

Beginne mit den Kindern ein Gespräch, um sie auf die folgende Geschichte einzustimmen. Gerne kannst du das auch mit einer Handpuppe, einem Kuscheltier oder dem Gruppenmaskottchen machen. Um das Gespräch zu beginnen, können diese Fragen nützlich sein:

  • Was ist unter Aprilwetter gemeint?

  • Warum heißt es "April, April, der macht was er will?"

  • Wie erleben die Kinder das Wetter im April?

  • Wie fühlt sich der ständige Wetterwechsel an?

  • Wie kann sich Wind anfühlen?

  • Was ist der Nordwind?


Hauptteil:

Noch bevor du die Geschichte erzählst, erkläre den Kindern, dass du für die Geschichte mehrer Schauspieler*innen brauchst, die du während der Geschichte auswählst.

Gleich zu Beginn benötigst du zwei Kinder für den Nordwind und die Sonne. Das Kind, das den Nordwind darstellt, bekommt mehrere blaue Tücher, das Sonnen-Kind die Tücher in gelb, orange und rot.


Nun kannst du auch schon mit der Geschichte beginnen. Mache immer wieder Pausen und lass die Kinder das Gehörte nachspielen. Gib ihnen genügend Zeit zum Ausprobieren.


„Der Nordwind und die Sonne“

Eine Fabel von La Fontaine

Eines Tages, als die Sonne aufging, blies auch der Nordwind sehr stark.

Das Kind, das die Sonne spielt, versucht mit den Tüchern den Sonnenaufgang darzustellen. Das Kind, das den Nordwind spielt, wirbelt mit den Tüchern im Kreis umher.


Da sahen die Sonne und der Nordwind einen Mann mit einem neuen Mantel.


Ein Kind darf nun den Mann darstellen: Es darf sich den Mantel überziehen und geht damit im Kreis umher. Die Sonne und der Wind stehen am Rand des Kreises.


„Der scheint sich recht wohl zu fühlen in seinem schönen Gewand,“ sagte der Nordwind, „aber ich könnte es ihm mit Leichtigkeit vom Leibe blasen.“

Da antwortete die Sonne: „Das wird nicht so einfach sein. Doch wollen wir versuchen, wem es zuerst gelingt, ihm den Mantel auszuziehen; du darfst anfangen.“

Der Mann kam in eine Stadt. Da waren Häuser - Menschen - Bäume - Tiere - Blumen. Die Stadt war eine Hafenstadt. Schiffe fuhren weg und kamen.


Jetzt dürfen mehrer Kinder schauspielern:

Es können Häuser, Bäume, Menschen, Tiere, Blumen und Schiffe dargestellt werden. (Manchmal fällt es den Kindern leichter, gemeinsam eins nach dem anderen darzustellen - du weißt selbst am besten, was für deine Gruppe passt.)

Das Kind, das den Mann spielt, geht zwischen den anderen Darsteller*innen umher. Die Sonne und der Nordwind schauen zu.


Da fing der Nordwind an, mit aller Kraft zu blasen. Die Sonne wurde von Wolken verdeckt.


Der Nordwind fegt wild zwischen den Darsteller*innen umher und lässt dabei seine blauen Tücher schwingen. Die Sonne geht in die Hocke und versteckt ihre Sonnenstrahlen (die Tücher).


Die Leute jagten ihren Hüten nach und gingen schnell nach Hause. Der Baum verlor viele Blätter. Die Tiere hatten große Angst. Sie verkrochen sich. Die Blumen neigten ihre Köpfe und schlossen ihre Blüten. Das Schiff fuhr in den Hafen. Aber so sehr sich der Nordwind auch anstrengte und blies, der Mann hielt seinen Mantel nur noch fester und knöpfte ihn ganz zu.


Der Nordwind wirbelt herum und die anderen Kinder spielen nach,

  • wie sich die Menschen in Sicherheit bringen,

  • wie sich die Bäume im Wind bewegen,

  • wie sich die Tiere verkriechen,

  • wie die Blumen ihre Blüten schließen,

  • wie die Schiffe schaukeln und schnell in den Hafen fahren.

Der Mann hingegen geht unbeirrt weiter und hält seinen Mantel fest zu.


„Nun bin ich an der Reihe“, rief die Sonne. Sie begann ihre sanfte Wärme auszustrahlen.


Das Kind, das die Sonne spielt, steht langsam auf und lässt die Tücher behutsam schwingen. Der Nordwind setzt sich an den Rand.


Und als die Sonne anfing zu strahlen, da kamen die Menschen aus den Häusern und redeten miteinander und gingen zusammen spazieren. Die Kinder spielten und tanzten. Die Vögel ließen ihre Lieder erschallen und flogen umher. Die Schmetterlinge öffneten die Flügel. Der Baum öffnete seine Blüten und seine Blätter kamen wieder. Die Tiere legten sich in die Sonne und schliefen friedlich ein. Die Blumen öffneten ihre Blüten. Das Schiff fuhr wieder auf das Meer.

Dem Mann aber wurde es zu warm. Er begann seinen Mantel aufzuknöpfen. Als er an das Meer kam, da zog er seine Kleider aus und sprang ins Wasser. So gelang es der Sonne mit Wärme und Sanftmut, was der Nordwind mit all seiner Stärke und Raserei nicht erreichen konnte.


Während die Sonne zwischen den Kinder umher geht und sie sanft mit ihren Sonnenstrahlen berührt, spielen die Kinder nach,

  • wie die Menschen in der Sonne spazieren gehen,

  • wie die Bäume ihre Äste ausstrecken,

  • wie sich die Tiere in der Sonne wohl fühlen und sich gemütlich hin legen,

  • wie sich die Blumen aufrichten und ihre Blüten öffnen,

  • wie die Schiffe sanft schaukelnd aus den Hafen fahren.

Dem Mann wird es mit seinem Mantel zu heiß. Das Kind zieht den Mantel aus und macht einen großen Sprung ins imaginäre Wasser.


Die Fabel "Der Nordwind und die Sonne" stammt aus:

Bausteine Kindergarten, Sammelband 11, 1999.

Die Fabel hab ich unverändert gelassen, die Ideen zur Darstellung sind meine eigenen.



Ausklang:

Nacheinander streifst du sanft alle Kinder mit einem Sonnenstrahl (ein gelbes Tuch). Daraufhin schließen sie ihre Augen und werden ruhig und entspannt.


Auch der Wind will es nun der Sonne gleich tun und die Kinder mit Sanftmut aus ihren Schlaf locken...

Mit einem Fächer oder Wedel lässt du nach der Reihe jedes Kind einen sanften Windhauch spüren. Wenn die Kinder dies wahrnehmen, öffnen sie die Augen und verlassen ganz leise den Kreis.


Ich wünsche dir und deiner Gruppe viel Freude beim Ausprobieren!


Lass es mich auf Instagram wissen,

wie du die Spielgeschichte umgesetzt hast.

Bin schon sehr gespannt!



Schon gesehen? Auf Instagram hab ich einen Beitrag gepostet, mit welchen Instrumente du aus der Spielgeschichte eine Klanggeschichte Klanggeschichte machen kannst...


P.S.: Kennst du schon meine Themenmappe "Der Garten als Spielzimmer"? Darin gibt es eine Fülle an Ideen und fertig ausgearbeitete Angebote, die du mit den Kinder im Freien machen kannst.

Spiel, Spaß, Bewegung und tolle Erlebnisse sind dabei garantiert! Klicke hier, um zur Mappe zu gelangen!










Hier kannst du dir die Spielgeschichte als PDF-Datei kostenlos downloaden:

Der Nordwind und die Sonne
.pdf
PDF • 350KB

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