• Die KINDERGARTEN Elfe

Teil 3: Die Klanggeschichte zu "Der kleine Hirte und der große Räuber"

Wie du aus dieser Weihnachtsgeschichte eine Klanggeschichte für Kinder machst

Hier ist der dritte und letzte Teil meiner kleinen Weihnachtsreihe. Dieses Mal findest du einen Vorschlag, wie du die Weihnachtsgeschichte im Kindergarten zu einer Klanggeschichte verwandeln kannst.


In Teil 2 dieser Reihe geht es um eine Turn- bzw. Bewegungsstunde mit dem kleinen Hirten und dem großen Räuber.


In Teil 1 findest du einen Vorschlag, wie die Geschichte „Der kleine Hirte und der große Räuber“ im Morgenkreis des Kindergartens umsetzten kannst.


Ich hoffe, du kannst viel aus den drei Blogartikeln für dich herausnehmen. Ich verabschiede mich heute mit diesem Artikel in die Weihnachtspause und am 9. Januar 2022 „lesen“ wir uns hoffentlich hier wieder.


Nun aber zur heutigen Praxisidee für den Kindergarten:


Eine Klanggeschichte für Kinder ohne Instrumente

Um Klänge und Töne zu erzeugen, braucht es nicht immer Instrumente. Mit Gegenständen aus dem Alltag lassen sich auch „Instrumente“ erfinden, die tolle Klangeffekte zaubern.


Hier sind meine Vorschläge, lass dich gerne davon inspirieren und ich bin mir sicher, dass dir auch total geniale Ideen einfallen, welche Dinge sich noch zum Vertonen eignen:


Die „Instrumente“ für die Klanggeschichte:


Der Hirte und der Räuber

Für den Hirten und den Räuber brauchst du zwei unterschiedliche Behälter wie z.B. eine Plastikbox, einen Kochtopf, eine Holzschüssel oder einen Korb. Zusätzlich brauchst du je zwei Kochlöffel, Schlägel oder Stifte zum Anschlägen.


Die beiden „Instrumente“ werden dann so gespielt:

Wenn der Räuber bzw. der Hirte geht, wird abwechselnd mit den beiden Schlägel auf den Rand des Behälters geschlagen. So kann man das jeweilige Schritttempo hören.

Um das Sprechen des Hirten oder des Räubers zu vertonen, wird mit dem Schlägel am Innenrand des Behälter entlang gerührt.

Achte darauf, dass der Behälter des Räubers einen tieferen Ton erzeugt als der des Hirten.

Die Decke

Die Decke ist einfach zu vertonen: Setze dazu eine kleine Decke (oder ein Handtuch) ein, die die Kinder an den entsprechenden Passagen vor sich „ausschütteln“.

Der Krug mit Milch

Den Krug Milch stellt eine mit Wasser gefüllte Flasche dar. Kommt die Milch in der Geschichte vor, wird die Flasche kräftig geschüttelt.

Das Brot

Für das Brot kannst du den Kindern eine knisternde Plastikfolie anbieten. Dieses Geräusch soll während der Geschichte das knusprig gebackene Brot darstellen.

Der Schinken

Für den Schinken kannst du ein Buch (gebundene Ausgabe😉) verwenden. Denn durch unterschiedliches Auf- und Zuschlagen können die Kinder das Abbeißen des Räubers vom Schinken darstellen.


Der Marsch der Hirten

An der Stelle der Geschichte, an der sich alle Hirten auf den Weg machen, können alle Kinder gemeinsam mit den Füßen aufstampfen.


Der alte Mann

Da es ihn vor Kälte nur so schüttelt, schnapp dir einen Schneebesen und stecke zwei kleine Bälle oder Wattekugeln hinein. Wenn der alte Mann an der Reihe ist, darf das Kind den Schneebesen kräftig schütteln.


Das Mädchen

Für das Mädchen das Angst vor dem dunklen Weg zum Brunnen hat, können die Kinder ein Blatt Papier schnell hin und her schwenken.

Das Jesuskind

Das schlafende Jesuskind in der Krippe kann von den Kindern mit einer Papprolle vertont werden. Dazu streifen die Kinder ganz sanft mir den Fingerspitzen die Papprolle entlang und wieder zurück - wie das ein- und ausatmen.

Maria

Maria mit ihrer sanften Stimme kannst du mit den Kindern so vertonen: Fülle in eine Plastikbox feinen Sand. Wenn Maria in der Geschichte zu Wort kommt, wird die Box mit dem Sand sanft geschwenkt oder geschüttelt.


Praxisangebote für den Kindergarten

Der Einstieg in die Klanggeschichte

Stelle zu Beginn der Klanggeschichte den Kindern die Gegenstände vor und lass sie experimentieren, wie und welche Klänge und Töne diesen Dingen entlockt werden können. Gib den Kindern dafür genügend Zeit zum Ausprobieren.

Danach kannst du auch schon auf die Geschichte überleiten, die den Kindern schon bekannt ist (Teil 1 und Teil 2). Durch das Probieren haben die Kinder vielleicht schon einen Idee, welches „Instrument“ welchem Charakter/Gegenstand zugeordnet werden kann. Du kannst das Zuordnen der Instrument auch in ein kleines Ratespiel verpacken.

Wenn jeder Charakter sein Instrument gefunden hat, zeige den Kindern nochmal wie der entsprechende Ton gemacht werden kann und danach können die Alltagsinstrumente auch schon an die Kinder verteilt werden.


Der kleine Hirte und der große Räuber

Die originale Geschichte stammt von Lene Mayer-Skumanz. Ich habe diese Geschichte vom Sinn her übernommen und so umgeschrieben, dass sie als Klanggeschichte verwendet werden kann. Leider ist dieses wunderbare Bilderbuch nicht mehr erhältlich. Du kannst es aber über Secondhand-Shops noch bekommen.


Erzähle die Geschichte entweder frei in deinen Worten oder nimm meine Klanggeschichte zur Hand. Ich habe die Stellen markiert, an denen die Kinder mit dem Vertonen an der Reihe sind:



Der kleine Hirte erfährt eines Nachts, dass das Jesuskind geboren wurde. Schnell packt er eine warme Decke, einen Krug Milch, Brot und Schinken zusammen, denn diese Gaben will er dem Kind als Geschenk bringen.

Gemeinsam mit all den anderen Hirten verlässt der kleine Hirte die Schafweide und macht sich auf den Weg nach Betlehem.

Auch der große Räuber lebt ganz in der Nähe. Er haust in einer Höhle und beobachtet von dort aus das freudige und geschäftige Treiben der Hirten. Er ist zu weit weg, um den Grund der Freude zu hören. Er vermutet, dass die Hirten zu einem großen Fest aufbrechen wollen. Da er ganz alleine und sehr hungrig in der Höhle sitzt, beschließt er, den Hirten zu folgen und das Eine oder Andere von ihnen zu rauben.


Der große Räuber schleicht los und versteckt sich hinter einem Baum. Er freut sich sehr, dass er in dieser Nacht bestimmt was rauben würde. Er beobachtet die vielen Hirten, die an ihm vorbei gehen. Sie tragen Essen, Wolle, Lämmer und andere Gaben mit sich.


Ganz zum Schluss geht der kleine Hirte. Er kann mit den anderen Hirten nicht Schritt halten, da er viel kleiner ist und zudem schwer tragen muss:

Der Krug Milch, das Brot, den Schinken und die Decke sind eine große Last für ihn. So kommt es, dass er immer weiter zurück fällt.

Der Räuber freut sich, denn für ihn steht fest:

Bei der richtigen Gelegenheit will er den kleinen Hirten berauben.


Das Seltsame an dieser Nacht ist aber, dass sehr viele Menschen nicht schlafen können. Die Menschen kommen aus ihren Häusern und beobachten einen außergewöhnlich schönen Sternenhimmel und wundern sich darüber.


Auch ein alter Mann steht vor seiner ärmlichen Hütte, bestaunt den Himmel und zittert währenddessen ganz fürchterlich. Durch die Kälte kann der alte Mann nicht mehr einschlafen.

Der kleine Hirte erkennt seine Not, bleibt stehen und schenkt dem alten Mann die Decke und denkt sich, dass es dem Jesuskind sicher recht sei, wenn die Decke jemanden anderen wärmt.


Der große Räuber beobachtet das alles aus einiger Entfernung und er ärgert sich! Diese Decke wollte er doch rauben, damit er selbst etwas wärmer hat.


Den Weg etwas weiter, steht vor einem Haus ein weinendes Mädchen. Es hat großen Durst. Der Brunnen ist jedoch weit entfernt und der Weg dorthin macht dem Mädchen im Finstern zu große Angst.


Der kleine Hirte bleibt stehen, erkennt ihre Not und verschenkt den Krug mit der Milch. Er ist sich sicher, dass es dem Jesuskind sicher recht ist, wenn das Mädchen seine Milch bekommt.


Auch das beobachtet der große Räuber und er ärgert sich noch mehr! Den Krug Milch wollte er doch rauben und selber austrinken! Sein Magen knurrt laut vor Hunger und er beschließt, bei der nächsten Gelegenheit den Überfall zu wagen.


Kurze Zeit später springt der große Räuber vor den kleinen Hirten.


Der kleine Hirte bleibt ganz ruhig und fragt verwundert, ob es das Magenknurren des großen Räubers war, das er die ganze Zeit gehört hat. Voller Mitgefühl reicht der kleine Hirte dem großen Räuber das Brot und den Schinken. Er ist sich auch diesmal sicher, dass es dem Jesuskind recht ist, wenn er das Essen verschenkt.


Der große Räuber setzt sich hin und isst mit Genuss das Brot und den Schinken. Er ärgert sich aber auch ein bisschen, dass er das Essen nicht rauben konnte, sondern geschenkt bekam.


Der kleine Hirte setzt sich dazu und erzählt, dass in dieser Nacht das Jesuskind geboren wurde. Er ist ein wenig betrübt, weil er die Decke, den Krug Milch, den Schinken und das Brot verschenkt hat und für das Kind nun kein Geschenk mehr hat. Er entscheidet trotzdem hinzugehen, um das Jesuskind zu begrüßen und sich über seine Geburt zu freuen.


Der große Räuber beschließt mit ihm zu gehen, denn er ist sich sicher:

Dort findet er sicher viele reiche Menschen zum Berauben.


So kommt es, dass sich der große Räuber zusammen mit dem kleinen Hirten auf den Weg macht.


Als sie endlich ankommen, staunt der große Räuber sehr. Da ist nur ein Stall, in dem das Jesuskind auf Stroh in einer Krippe liegt. Menschen, die selbst nicht viel haben, kommen um das Kind zu begrüßen und ein paar kleine Geschenke dazulassen.


Der große Räuber schämt sich nun sehr, dass er diesem Kind das Brot und den Schinken weggegessen hatte.


Maria lächelt den kleinen Hirten an und bedankt sich bei ihm, dass er dem Jesuskind einen große Räuber mitgebracht hat.


Danach lächelt Maria den großen Räuber an.


Der große Räuber wundert sich sehr:

Normalerweise hat niemand Mitgefühl mit ihm, niemand schenkt ihm was zu essen und niemand lächelt ihn an - womöglich ist er gar kein großer Räuber mehr?


Maria schlägt vor, ob er nicht viel lieber ein großer Hirte sein wollte? Denn große, starke Hirten werden immer gebraucht.


Der große Räuber verspricht es zu versuchen und gemeinsam gehen der kleine und der große Hirte zurück zur Schafweide.


Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Kinder gerade auch bei Klanggeschichten die Wiederholung lieben. Wenn es die Konzentration der Kinder noch zulässt, starte ruhig noch eine weitere Runde. Zuvor noch schnell die Alltagsinstrumente mit einem anderen Kind tauschen und los geht’s! Von Mal zu Mal werden die Kinder beim Vertonen immer sicherer.


Ideen für die Praxis in Kita und Kindergarten

Die Klanggeschichte mit Orff- und Rhythmusinstrumenten

Wenn du lieber das Instrumentarium des Kindergartens zum Vertonen dieser Weihnachtsgeschichte verwenden möchtest, lass die Kinder nach der Experimentierphase mitbestimmen, welche Instrumente den einzelnen Charakteren zugeordnet werden sollen. Dann kann es auch schon losgehen…


Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobierte dieser Klanggeschichte!

Ich wünsche dir wundervolle Weihnachten,
einen schönen Weihnachtsurlaub
mit ganz viel Zeit zum Entspannen
und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Und bevor du dir die Klanggeschichte am Ende des Artikels gleich kostenlos herunterlädst, vergiss nicht, auch HIER mal vorbei zu schauen! Du findest auf meiner Website nämlich auch Themenmappen, in denen fertig ausgearbeitete Morgenkreise, Rhythmikeinheiten, Turnstunden, Klanggeschichten u.v.m. thematisch zusammengefasst sind. Schau hier gerne mal vorbei, welche Mappen bereits erhältlich sind:


Die Klanggeschichte zum kostenlosen Downloaden findest du hier:

Klanggeschichte-Hirte
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